PORTA PRAETORIA (Nordtor)

Vor Christi Geburt

Die römische Grenze verlief im 1.Jahrhundert vor Christus (58-51 v.Chr.) unter Cäsar von Gallien bis an den Rhein. Etwa 14 v.Chr. reichte die Grenze unter Kaiser Augustus bis Tirol und weiter nach Bayern bis an die Donau. Das römische Reich unter Augustus erstreckte sich schließlich den Rhein entlang bis an die Nordsee. In unserer Heimat gab es noch keine römischen Einflüsse.

Nach Christi Geburt

69-79 n.Chr. (Kaiser Vespasian) war der Grenzverlauf von Straßburg ausgehend über den Schwarzwald südlich der Donau entlang nach Osten. Bereits in dieser Zeit streifte die Grenze unsere nähere Umgebung, sie hatte ihren Verlauf von Meilenhofen über Nördlingen zum Neckar.

70 n.Chr. war die Zerstörung Jerusalems; 79 n.Chr. der Untergang Pompejis durch den Ausbruch des Vesuvs. Neben Pfünz ist übrigens Pompeji der einzige Fundort einer römischen Groma.

Ca. 81-96 n.Chr. unter dem strengen und grausamen Kaiser Domitian und 98-117 n.Chr. unter Kaiser Traian wurde die Grenze zwischen der Provinz Raetien und den Germanen weiter nach Norden verschoben. Der Verlauf war jetzt nördlich der Kastelllinie von Eining, Pförring, Kösching über Pfünz nach Weißenburg und weiter über Gunzenhausen nach Lorch in Württemberg. In dieser Zeit hatte das römische Reich seine größte Ausdehnung.

117-138 n.Chr. wurde die Grenze unter dem friedliebenden Kaiser Hadrian durch eine Palisadenlinie aus ganzen und gespaltenen Baumstämmen verstärkt. Von den Palisaden stammt der Ausdruck "Pfahl" und Orts- oder Flurnamen wie Pfahldorf, Pfahlbuck und ähnliche sind davon abgeleitet.

Die Bezeichnung "Limes", wie wir die römische Grenze nennen, bedeutete ursprünglich lediglich "der Weg". Als die römische Grenze weitgehend unbefestigt war, verlief sie an vorhandenen oder von den Römern errichteten Wegen zur Patrouille der Grenzwachen. Limes als Name der römischen Grenze wurde beibehalten.

Kaiser Antonius Pius (138-161 n.Chr.) vollendete in einer friedlichen Regierungszeit den obergermanischen Limes. Sein Nachfolger, Kaiser Marcus Aurelius (161-180 n.Chr.), hatte im römischen Reich gegen die Pest zu kämpfen. Von Böhmen und Mähren aus bedrohten die Markomannen die Donaugrenze.

Mit der starken Gegenwehr der Alemannen endete die römische Herrschaft in unserer Heimat etwa 233 n.Chr. Bis etwa 260 n.Chr. haben sich die Römer weiter südlich hinter die Donau, den sogenannten nassen Limes zurückgezogen. 476 n.Chr. endet das römische Kaisertum durch die Absetzung des Romulus durch den Germanen Odovakar.

Kastellgeschichte [451 KB]