Der Historische Verein Eichstätt hat Clemens Nißl aus Obereichstätt beauftragt, ein Modell des Kastells Vetoniana anzufertigen. Seit kurzem ist das Modell im Museum auf der Willibaldsburg in Eichstätt ausgestellt. Die große Besonderheit am Modell ist die reichhaltige Ausstattung mit bemalten Zinnfiguren, die das Modell so richtig lebendig erscheinen lassen.

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Bericht im Eichstätter Kurier vom 20.8.2004

Eichstätt (je) "Das ist das schönste Modell einer römischen Anlage in Deutschland". Dr. Christoph Flügel von der Landesstelle für Nichtstaatliehe Museen Bayerns in München ist begeistert vom Modell des Pfünzer Rämerkastells, das seit einigen Wochen im Museum für Ur- und Frühgeschichte auf der Eichstätter Wlliibaldsburg steht. Es zeigt die Gebäude, den Handwerkerhof, die marschierenden Soldaten, Ochsengespanne, die Wasser fahren, und gibt den Blick frei in eine Stube, in der acht Legionäre Platz fanden. Der Komplex, den der Obereichstätter Historienbastler Clemens Nißl und seine Frau Emilie in rund zweijähriger Arbeit schufen, ist in den wenigen Wochen seit Fertigstellung zur Attraktion des Museums des Historisehen Vereins geworden.

Der Vorsltzende des Geschichtsfreundevereins, Konservator Albert. J. Günther, teilte jetzt mit, dass die Schau, die Einblicke in die Zeit vor rund 1800 Jahren gibt, noch nicht komplett ist. "Wir bekommen noch eine Tafel, die über das Pfünzer Kastell informiert und einen lebensgroßen römischen Legionär in Siebdruck", sagte er. Außerdem würden noch etwa 50 weitere Zinnfiguren aufgestellt.

Die momentan vorhandenen exakt 438 Figuren wurden von Spezialfirmen in Berlin. Stuttgart, Trier und Bonn gegossen und in die Hobby-Malerwerkstätte von Clemens Nißl geliefert. "Meine Frau und ich haben sie gewaschen, mit Lack grundiert und nach Volagen farbig bemalt", erläuterte er. Einfache Figuren seien etwa in einer Stunde fertig, für ein von Rössern gezogenes Gespann brauche man schon drei Stunden. Auch die zahlreichen Gebäude wurden von Nißl aus Sperrholz gebastelt und gemalt. Das Modell hat die respektable Grdße von 1,8 mal 2 Meter. Die Idee zu der Anlage kam vom einstigen Vorstandsmitglied des Historischen Vereins, Karl Zecherle, die Pläne nach archäologischen Befunden lieferte Konservator Günther, und Dr. Flügel steuerte wertvolle Tipps bei. So entstand ein anschauliches Modell der Anlage für die Pftünzer Kohorte mit ihren rund 500 Soldaten, davon 120 Reiter, ferner Steinschleuderer und Bogenschützen. Die Wege sind mit feinen Juraplatton belegt, die Nißl mit der Zange zurecht zwickte.

Vereinsvorsitzender Günther lobte das Modell, "das im Zusammenspiel der Farben und der Figuren lebendig wirkt". Es sei auch eine gute Auflockerung zu den Aussteliungsstücken in den Vitrinen. Die Grundlagen für die Rekonstruktion habe um das Jahr 1900 Dr. Friedrich Winkelmann geliefert. Wertvoll seien auch die Luftaufnahmen von Rudolf Hager aus Elchstätt sowie historische Abbildungen und Beschreibungen. Günther dankte für die fianzielle Unterstützung des Vorhabens dem Landratsamt Eichstätt, der Landessteile nichtstaatlicher Museen und der Stiftung Sparkasse Elchstätt.