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Tunica

Die Tunica wurde aus einer breiten Stoffbahn gefertigt, mit zwei Armlöchern und einem Halsausschnitt versehen. Die Tunica wird wie ein Pullover übergestülpt und hat keine Knöpfe oder andere Verschlüsse. Mit einem schmalen Gürtel wird die Tunica gerafft, so daß der Saum eine Hand breit über dem Knie liegt. Die Tunica wurde in zwei Ausführungen hergestellt: Aus Leinen als Unterwäsche und aus Wollstoff zum Schutz gegen Kälte und Hitze. Unterhosen wurden nur in Ausnahmefällen getragen.

Die Tunika ist das Basiskleid unter der Rüstung aber auch für den friedvollen Tagesablauf.

Mantel (sagum)

Der Mantel ist ein großes rechteckiges Wolltuch, das entweder über den Rücken oder die linke Schulter geschlagen wird. Die offenen Enden werden mit einer Fibel zusammengesteckt.

Militärsandale (caligae)

Der wohl wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Soldaten sind seine für lange Fußmärsche geeigneten Stiefel. Wer selbst einmal eine 40km-Marsch in Knobelbechern hinter sich gebracht hat, weiß was es bedeutet. So war es auch bei den Römern. Doch die römischen Soldaten fertigten ihr Schuhwerk selbst an, daher mußte der Herstellung möglichst einfach, die Funktion aber erfüllt werden. Die caligae besteht aus einem Stück Leder, das nach einem komplizierten Riemenmuster geschnitten wurde. An der Ferse wurde das Lederstück zusammengenäht und die entstandenen Schlaufen durch ein Lederband zusammengezogen. Durch diese Technik paßt sich der Schuh optimal dem Fuß an und wärend des Marsches wird der Fuß durch die vielfältigen Riemen gleichmäßig massiert und gut durchblutet. Kalte Füße waren den Soldaten während dem Marsch unbekannt, auch wenn es naß oder schlammig ist. Da keine Strümpfe getragen wurden, wird der Fuß schnell wieder trocken.

Die Sohle ist mit einem Lederstück verstärkt und mit Eisennägeln besetzt. Da wir oft auf Asphalt unterwegs sind, haben wir einen Kompromiss getroffen und auf Eisennägel verzichtet.

Militärgürtel (cingulum militare)

Der 2-3 cm breite Ledergürtel war ein Statussymbol des Soldaten und hatte natürlich die Funktion, den Schuppen- oder Kettenpanzer zu fixieren und den Dolch auf der linken Seite zu tragen. Außerdem gibt der Gürtel dem Schwert auf der rechten Seite entsprechenden Halt.

Der Gürtel ist normalerweise mit rechteckigen, mit Ornamenten verzierten Metallplättchen geschmückt.

Gepäck

Der römische Soldat war schwer bepackt. Aus heutiger Sicht ist es eine fast übermenschliche Leistung, große Marschstrecken von 500km in Tagesetappen von ca. 25km zurückzulegen. Die Kleidung, die Bewaffnung und die Rüstung wogen ca. 30kg. Beim Marsch kamen nochmals ca. 18kg hinzu.