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Schwert (gladius)

Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Schwertern ist das römische mit ca. 50-60 cm sehr kurz. Es hat eine beidseitig geschliffene Klinge, die in der Mitte erhaben ist. Der Griff hat einen Handschutz zum Blatt hin, den eigentlichen Griff und einen abschließenden Knauf. Das Schwert wurde nicht fechtender Weise eingesetzt, der römische Soldat versuchte immer per Stich seinen Gegner auszuschalten.

Zum Schutz und zur Aufbewarung steckte das Schwert in der Schwertscheide (vagina), die meist reich verziert war. Die Scheide wurde auf der rechten Seite getragen und hing an einem Schultergurt. Der darüberliegende Bauchgurt hielt die Scheide fest.

Ausbildung

Der Soldat mußte eine harte Waffenausbildung absolvieren. Dabei wurden schwere Weidenschilde und Holznachbildungen des Schwertes verwendet, die oft doppelt so schwer waren, wie die echten Waffen. Der Rekrut mußte dazu gegen einen starken Holzpfahl anstürmen und versuchen, den "Übungsgegener" im Stich am Kopf oder den Beinen zu treffen. Nach langer Übung am Pfahl, kam die Ausbildung im Nahkampf gegen einen Kameraden, aber nach wie vor mit dem schweren Weidenschild und dem Holzschwert.

Auch das Auf- und Absitzen auf ein Pferd wurde im täglichen Waffentrill trainiert. Dazu hat der Verein ein gemäß den Überlieferungen abgebildetes Holzpferd nachgebaut. Dieses steht heute in der Ausstellung des Limesmuseums in Aalen.

Speer (pilum)

Es sind drei Formen bekannt: Eine schwere Ausführung eine leichte und eine Stoßlanze (hasta). Der typische römische Speer hat einen Holzschaft aus Eschenholz und eine lange schmale Eisenspitze. Die Soldaten in den vorderen Kampfreihen verwendeten die leichteren und weiter fliegenden Speere, in den hinteren Reihen kam die schwerere Ausführung zum Einsatz. Diese hatte zwar eine geringere Reichweite, aber eine höhere Durchschlagskraft. In erster Linie waren die Speere immer Wurfwaffen und weniger Stoßwaffen.

Kampftaktik

Der Speer wurde so eingesetzt, dass auf Kommando mehrere Soldaten gleichzeitig den Speer in einer Pilensalve abschleuderten. Ziel war es, den Feind direkt zu treffen aber auch das Schild des feindlichen Soldaten unbrauchbar zu machen. Die Durchschlagskraft war so groß, das der schwere Speer das Schild durchschlagen hat. Die pyramidenförmige Spitze konnte nicht mehr aus dem Schild entfernt werden, sodass der Speer das Schild blockierte.

Dolch (pugio)

Neben Speer und Schwert, war der Dolch die dritte Waffe des römischen Soldaten. Der Dolch wurde in einer Scheide getragen, die auf der rechten Seite am Bauchgürtel befestigt war. Auch die Dolchscheide war meist stark verziert und mehr ein Statussymbol für den Träger. Die Klingen sind ca. 20-25cm lang, der Griff ist ähnlich dem Schwertgriff gestaltet.

Kampftaktik

Für den Kampf ist der Dolch weniger wichtig, er ist allenfalls die letzte Rettung, wenn Schild, Speer und Schild bereits verloren sind. Aber in dieser Situation sicherte der Dolch vielleicht doch die Überlegenheit.

Schlaufenschleuder (funda)

Die Schleuder ist primitiv in der Herstellung, leicht zu transportieren, aber nur mit sehr viel Übung wirkungsvoll einsetzbar. Die Schleuder besteht aus einem Stück Leder in das ein Stein oder auch ein Bleigeschoss gelegt wurde. Am Leder sind zwei Riemen befestigt. Der Schleuderer bringt damit das Geschoss in eine kreisende Bewegung und läßt im richtigen Augenblick einen Riemen los.

Kampftaktik

Neben eigens ausgebildeten Schleuderern verwendeten auch die Legionäre die funda. Größter Vorteil dieser Waffe ist die sehr hohe Reichweite von ca. 300m. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Gegner die heranfliegenden Geschosse kaum sehen und damit auch nicht ausweichen konnte. Die Energie war groß genug, z.B. bei einem Helmtreffer eine Gehirnerschütterung hervorzurufen.

Pfeil und Bogen

Die Römer hatten auch Einheiten, die im Bogenschiessen geübt waren. Ähnlich der Pilensalve, hatte eine Salve aus einer Vielzahl von Pfeilen eine teilweise verheerende Wirkung beim Gegner. Man konnte bereits auf große Entfernung (bis zu 200m) den heranstürmenden Gegner stark schädigen.

Der Bogen besteht aus mehreren verleimten Materialien. Auf einem Holzträger wurde auf der einen Seite Horn und auf der gegenüberliegenden Seite Sehnen aufgeleimt. Spannte man den Bogen, wurde aufgrund der unterschiedlichen Materialeigenschaften eine hohe Kraft aufgebaut. So waren Schussweiten bis zu 500m möglich, die Durchschlagskraft des Pfeiles war hier aber nur noch sehr gering.

Schanzpfosten (valli oder pila muralia)

Für jeden Soldaten mußte das Tragtier der Soldatengruppe 2 Schanzpfähle tragen. Diese aus Eichenholz gefertigten Pfosten dienten als zusätzlicher Schutz des Lagers vor Angreifern. Die Schanzpfähle sind auf beiden Seiten spitz zulaufend geschnitten, in der Mitte befindet sich eine Art Handgriff zum einrammen in den Boden, zum tragen und auch zum zusammenbinden mehrerer Pfähle zu einem Dreiecksverbund.