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Kommissbrot (panis militaris)

panis militaris Das Legionärsbrot wird hier für die Besucher der Römertage in Aalen zubereitet

Im Feld und unter kriegerischen Bedingungen verpflegte sich der römische Soldat hauptsächlich mit Getreide, denn nur Getreide konnte in ausreichender Menge gelagert und transportiert werden. Das panis militaris war ein Vollkornbrot. Jede Einheit hatte eine Steinmühle (mola manuaria) mit Handantrieb dabei. Vornehmlich wurde damit Weizen zu Schrot gemahlen, mit Wasser und Salz vermischt und dann in der heißen Asche des Lagerfeuers gebacken. Sofern vorhanden konnte das Brot auch mit Speck oder Gewürzen und Gemüse verfeinert werden. Gebacken wurde auch auf heißen Steinen oder Metallplatten.

Bei römischen Veranstaltungen bereiten unsere Bäckerinnen das römische panis militaris. Es ist immer wieder ein "Renner", die Besucher sind verblüfft, wie gut das einfache Rezept schmeckt und vor allem ganz im Trend der gesunden Ernährung mit vielen Balaststoffen liegt.

Handgetriebene Getreiderundmühle

mola manuaria

Seit Ende 2004 ist unser Verein stolzer Besitzer einer römischen Handmühle. Für die Rekonstruktion konnten wir einen Steinmetz aus der heimischen Steinindustrie begeistern. Die Mühle hat sein Vorbild in dem Originalfund aus der Saalburg.

Die kleinste militärische Einheit in einem Kastell war die Stuben- oder Zeltgemeinschaft mit 8 Soldaten. Jede dieser Gemeinschaften waren im Besitz einer handbetriebenen Mühle. Diese Mühlen wurden auf den Tragtieren zusammen mit anderen Ausrüstungsgegenständen beim Marsch mitgeführt. Ebenso natürlich der meistens gedarrte Weizen. Oft waren die Mühlen mit Inschriften versehen, die auf die jeweiligen Eigentümer hinwiesen.

Die drehbaren Handmühlen bestanden aus einem festen Unterstein mit einer gewölbten (konvexen) Oberfläche und einem darauf liegenden Oberstein. Dieser hatte eine entsprechende muldenförmige (konkave) Unterseite. Der obere Stein, auch Läufer genannt, hatte ein größeres Loch im Mittelpunkt, über das das Getreide zugeführt wurde. Ober- und Unterstein waren über eine Metallachse zentriert.

Durch die Drehbewegung werden die Getreidekörner zwischen den Steinen zerrieben und durch die Schwerkraft und die Drehbewegung langsam nach aussen befördert. Die Mahlwirkung wird durch eine bestimmte Riffelung der aufeinanderliegenden Oberflächen verstärkt.

Nach Wunsch konnte das Mehl über mehrere Mahldurchgänge entsprechend verfeinert werden. Schließlich war es möglich, reines Mehl durch mehrfaches Sieben zu erhalten. Aber für das Standardbrot der Legionäre war ein einfacher Schrot ausreichend. Im reinen Mehl sind kaum mehr die wertvollen Nährstoffe und die verdauungsfördernden Balaststoffe enthalten.

Wenn Sie sich genauer über diese faszinierte Mahltechnik und die Ernährung der römischen Soldaten informieren wollen, sollten Sie das entsprechende Buch von Marcus Junkelmann lesen. "PANIS MILITARIS - Die Ernährung der römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht", Verlag Philipp von Zabern Mainz, ISBN 3-8053-2332-8