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Wanderung am bayerischen Limes

Nach Erscheinen des Buches „Der römische Limes in Bayern“ von Fischer und Riedmeier-Fischer aus dem Verlag Friedrich Pustet, Regensburg und der dazu gehörigen offiziellen Karte „UNESCO-Weltkulturerbe“ war die Idee geboren, den bayerischen Limesanteil abzulaufen. Ausgangsort der Planung ist Pfünz mit dem römischen Axiliarkastell VETONIANA. Auf der Homepage des Naturparks Altmühltal war der Limeswanderweg von Gunzenhausen bis Bad Gögging zusätzlich beschrieben und bereits mit GPS-Tracks in fünf Etappen dokumentiert.

Diese fünf Abschnitte könnte man bewältigen war die Idee und so wurden die konkreten Planungen begonnen. Es musste die jeweilige Anfahrt und Rückfahrt ausfindig gemacht werden. Trotz umfangreicher öffentlicher Verbindungen, war es nicht ganz einfach, alles zu organisieren – aber es ist machbar.

Nachdem sich noch zwei Gleichgesinnte getroffen haben, war es nicht mehr weit zum Start des ganzen Vorhabens. Die Strecke kann jeder bewältigen, der einigermaßen gut zu Fuss ist. Wichtig ist die mentale Einstellung. Nachdem Bayern ja nicht in Gunzenhausen beginnt, haben wir als Etappe (6) und (7) noch die Strecke von Mönchsroth nach Gunzenhausen angehängt.

Im Bereich „Downloads“ können Sie die Strecke für Ihr GPS-Gerät laden oder über Google-Earth nachvollziehen.

Strecke (1) Gunzenhausen - Ellingen

Abfahrt mit dem Zug ab Eichstätt-Bhf pünktlich um 5:56h nach Gunzenhausen, dort Ankunft um 6:37h. Start um 6:40h. Durch das verschlafene Gunzenhausen suchen wir zunächst die erste Markierung des Limeswanderweges. Vorbei an einem Friedhof mit dem Hinweisschild „Parken ausschließlich für Geistliche“ :-), war die erste Markierung in der Krackerstraße zu finden. Von da aus ging es hinauf zur Hensoltshöhe mit dem Bismarckdenkmal, das 1901 eingeweiht und teilweise aus den Steinen des Limes errichtet wurde. Gleich daneben ist der erste rekonstruierte Limesturm (WP 14/4) zu sehen und ein Stück rekonstruierter Palisadenzaun.

Nach WP 14/5 erreichen wir nach ca. 2,5km das Kleinkastell am „Hinteren Schloßbuck“. Markant ist hier ein Gedenkstein in seiner Mitte mit der Aufschrift Castrum Romanorum. Gleich danach kommt der Turm WP 14/6. Nach einer Weile Marsch durch den Wald erreichen wir die Straße nach Frickenfelden. Fast schnurgerade geht es auf Gundelshalm zu, mit einem vermuteten Turm am Ortseingang. Die Ortschaft lassen wir hinter uns und meistern einen steilen Anstieg auf die Anhöhe Richtung Pfofeld. Hier weicht der vorgegebene Weg stark ab und ist wie vorgesehen so nicht begehbar. Wir umwandern Pfofeld nördlich des Ortes und rasten am höchsten Punk bei vorzeitlichen Hügelgräbern.

Nicht lange danach erreichen wir ein Naturdenkmal, ich nenn es mal eine „Tausendjährige Eiche“ mit einem eigentümlich niedrigen Stamm und einer gedrungenen Krone. Nun geht es geradewegs südlich an Thannhausen vorbei mit einem Aussichtspunkt Richtung Stankt Veit. Wir folgen steil bergab der Straße nach Dorsbrunn an der wir kurz vor dem Waldausgang den Turm 14/20 passieren. Der Wanderweg biegt am Waldrand scharf rechts ab und verläuft um das Dorf herum. Ein unnötiger Umweg, man kann vom Wald aus getrost direkt zum Dorf gehen, denn es gibt keine weiteren Turmstellen. Der Friedhof von Dorsbrunn ist absolut sehenswert, er ist nur mit Holzkreuzen gestaltet. Die vorgesehene Einkehr fiel ins Wasser, da das einzige Gasthaus auf der ganzen Strecke geschlossen war – leider.

Jetzt führt der Limes Richtung Gündersbach südlich am Dorf vorbei. Auch hier könnte man durch das Dorf gehen, aber es gibt wohl einen sichtbaren Turm, den wir aber nicht entdeckt haben. Richtig limestypisch geht jetzt der Weg schnurgerade auf Ellingen zu, die immer besser vernehmbaren Geräusche der Eisenbahnlinie machen uns darauf aufmerksam. Vorbei an einem Golfplatz und nach Besichtigung einer Hopfenzupf-maschine laufen wir durch den Schlosspark von Ellingen und treffen mit dem 12-Uhr-Läuten am Deutsch-ordensschloss ein. Im Schlossbräu lassen wir uns nach gut 23km, aber in außerordentlich guter Verfassung, zum Mittagessen nieder. Nach drei fränkischen Bratwürsten und einem guten Ellinger Schwarzbier brechen wir zum Bahnhof auf und fahren mit dem Zug um 14:18h zurück nach Eichstätt.

Das Höhenprofil auf unserem GPS-Gerät zeigt welche Geländesteigungen das Limesbauwerk überwinden musste. Wenn man bedenkt, dass die Planer des römischen Limes keine topografischen Karten geschweige denn Satellitenunterstützung zur Vermessung hatten, wird einem erst bewusst, welche Leistung dies vor 2.000 Jahren war.

Strecke (2) Ellingen - Erkertshofen

Abfahrt wieder mit dem Zug ab Eichstätt-Bhf pünktlich um 5:56h nach Ellingen, dort Ankunft um 6:35h. Quer durch den Ort geht es Richtung Osten der aufgehenden Sonne entgegen. Erstes Ziel war das Kastell Sablonetum. Die Limesstraße Pfünz-Theilenhofen führt hier etwa 100m südlich des Kastells vorbei. Danach war Höttingen anzusteuern, eine landwirtschaftlich geprägte Ortschaft mit anscheinend größeren Bauern (zumindest den nagelneuen riesigen Schlappern nach zu urteilen). Einem schönen Tal, dem Felchenbachtal folgend, biegen wir dann langsam in die angekündigte Steigung Richtung Rohrbach ein, um die „Steinerne Rinne“ zu erreichen. Nach der steilen Durchquerung waren wir mehr enttäuscht als erschöpft, denn von einer Rinne war kaum was zu entdecken, kein Vergleich mit der Rinne in der Nähe von Waldbronn. Der „Wander-Tacho“ zeigte rd. 10 km an und es war Zeit für eine erste Rast.

Gestärkt geht es nun Richtung Oberhochstatt mit Überquerung des höchsten Punktes der Route mit 611m über N.N. Wir umrunden Oberhochstatt am Talrand entlang mit einem herrlichen Blick zur Wülzburg Richtung Weißenburg. Nun geht es auf der Jurahöhe in einem weiten Bogen zum römischen Burgus im Waldabschnitt „Harlach“. Dieses Kleinkastell bot 100 Soldaten Unterkunft und ist wegen seines Grundrisses eine einmalige Rarität am rätischen Limes. Diese „Centenarien“ waren nur in Nordafrika geläufige Bauformen. Am Sportplatz von Burgsalach treffen wir wieder auf den Limes, den wir bisher nur sporadisch erkennen konnten, jetzt aber umso deutlicher.

Vorbei an einem rekonstruierten Wachturm aus Holz, wandern wir Richtung Sankt Egidi. Warum wir hier den Limes verlassen, war uns nicht ganz klar, aber wahrscheinlich fehlt es hier noch an der Erschließung des Wanderweges, denn es ging teilweise durch das Unterholz. Ohne GPS hätten wir hier wohl einen Kreis gedreht. Zumal in diesem Bereich ein sichtbarer Turm hätte liegen müssen.

Ein ähnliches Dickicht erwartete uns nochmal nach dem Sportplatz von Kaldorf und vor dem berühmten Limes-Knie. Diese Bereiche des Limeswanderweges müßten noch viel besser erschlossen werden, denn nur mit Karte und der nahezu nicht vorhandenen Beschilderung ist hier nur schwer voranzukommen. Außerdem fehlen jegliche Hinweise auf den sichtbaren Turm und das Limesknie. Die Beschaffenheit des Weges ist sehr schlecht und es kostet zusätzlich viel Kraft und Aufmerksamkeit beim Gehen.

Aber von da an war die Orientierung wieder leicht, denn es ging schnurgerade Richtung Erkertshofen, vorbei an Petersbuch und dem Schotterwerk. Fast im Betriebsgelände steht ein Römerstein. Nachdem der Limes in diesem Bereich unter der Straße liegt, macht der Wanderweg einen Bogen zur Willibaldskapelle. Ein schöner und ruhiger Ort. Wir lassen uns zu einer kurzen letzten Rast auf der Strecke nieder und merken erst nach einer ganzen Weile, dass wir unmittelbar unter einem Hornissennest sitzen. Nachdem wir friedlich waren, waren es auch die Hornissen. Kurz nach der Kapelle war nun der Limeswanderweg beendet, die nächste Etappe beginnen wir wieder an dieser Stelle.

Strecke (3) Erkertshofen - Denkendorf

Trotz schlechter Witterung haben wir uns entschlossen, die 3. Etappe anzugehen. Mit dem Auto hat man uns zu unserem letzten Endpunkt in Erkertshofen gebracht, bei Nebelreißen und nasskaltem Wind sind wir um 7:00h aufgebrochen. Die Bauern in Erkertshofen waren dabei, ihr Vieh in den Ställen zu versorgen, ihre Blicke folgten uns ungläubig wer da wohl in aller Früh herumläuft. Wir haben Erkertshofen Richtung Osten verlassen, vorbei an dem rekonstruierten Steinturm ging es in den Wald hinein. Ein sogenannter Max-Stein säumt den Weg, bevor wir auf die Grundmauern eines teilerrichteten Turms stießen. Die Schikane dieses Abschnitts sind zwei tiefe Taleinschnitte, die nun folgten, bevor wir wieder die Anhöhe bei Hegelohe erreichten.

Der Limes verläuft hier geradewegs der Teerstrasse entlang auf Hirnstetten zu. Der Wanderweg verläuft am Waldrand entlang und passiert Hegelohe. Wir werden bei diesem miesen Wetter mit Radiomusik aus einem Maisfeld empfangen, eine groteske Situation. Außerdem hatten wir eine nicht ganz ungefährliche Begegnung mit einem Gas-Schußgerät eines wohl rücksichtslosen Jägers. Dieses moderne Gerät der Waidmannskunst dient offensichtlich zum Vertreiben der Wildschweine aus dem Maisfeld. Unbedarfte Wanderer damit zu erschrecken, ist schon ein starkes Stück. Gott sei Dank hatte das Ding eine Ladehemmung, sonst wären wir heute wahrscheinlich taub.

Nach dieser Aufregung folgten wir dem gut sichtbaren Limes vorbei an Hirnstetten, Richtung Pfahldorf. Ab hier ging es nun durch teilweise dichtes Unterholz auf Kipfenberg zu. Auf der Anhöhe trafen wir auf den in Holz nachgebauten Römertrum, daneben liegen die Mauerreste eines Römerturms und die Andeutung eines Palisadenzauns.

Nun geht es hinab ins Altmühltal, durch Kipfenberg hindurch und an der evangelischen Kirche den Pfad hinauf zur Burg mit dem „Infopoint Limes“. Von da an zum „Mittelpunkt Bayerns“ und der Strasse folgend nach Gelbelsee. Der Ort wird weitläufig umrundet, durch ein Tal geht es auf Denkendorf zu.

Strecke (4) Denkendorf - Altmannstein

Um 6:30h war Start wie immer in Pfünz. Mit dem Auto lassen wir uns nach Denkendorf bringen und starten dort um etwa 7:00h am Schulgelände die 4. Etappe. Bei etwas Nebel aber sonst trockenem Wetter gehen wir die relativ kurze Strecke mit wenigen Steigungen an. Wir durchqueren die für unsere Ohren sehr laute Autobahn, gehen durch das Gewerbegebiet von Denkendorf auf den neuen Kreisel zu. Dort steht eine weitere Römersäule, die der bayerische König Max II. errichten ließ. Am Kreisel ist außerdem ein gut sichtbarer Querschnitt des Limes markiert. Von da an machen wir uns auf den Weg nach Zandt. An einem Einödhof erschreckt uns ein wachsamer Hofhund, der laut bellend auf uns zurennt. Nachdem wir den kräftigen Schäferhund einfach ignoriert haben, hat er uns auch ungeschoren weitergehen lassen.

Kurz nach der Kläranlage bei Zandt erreichen wir das weitläufige Waldgebiet des Wittelsbacher Ausgleichfonds. Das Waldgebiet der Wittelsbacher ist komplett umzäunt, um das Wild im eigenen Gebiet zu lassen. So begrüßen uns auch nach kurzem Marsch zwei Wildschweine und zahlreiche Rehe. Der Wanderweg schlängelt sich dem Limes entlang durch ein langes Tal auf Sandersdorf zu. Ab Sandersdorf gehen wir der Hangkante des Schambachtales entlang nach Altmannstein. Das 4. Etappenziel ist erreicht.

Nachdem aber keine Busverbindung existiert und die Strecke kurz genug war, gehen wir dem Schambachtal-Radweg weiter über Hexenacker nach Riedenburg. Um ca. 13:00h kommen wir nach rd. 6h Gehzeit an. Die Rückreise nach Pfünz treten wir mit dem Radl-Bus an.

Strecke (5) Altmannstein - Bad Gögging

Am „Tag der deutschen Einheit“ machen wir uns auf, einen kleinen Teil Deutschlands genauer kennen zu lernen. Es ist die vorerst geplante Abschlussetappe des Limeswanderweges von Altmannstein zum Kastell Eining und weiter nach Bad Gögging. Auch heute sind wir um 6:30h in Pfünz losgefahren. Guter Dinge in Altmannstein angekommen, lag gleich der steilste Anstieg vor uns. Das zuvor ermittelte Höhenprofil war tatsächlich so gnadenlos. Aber nach dem Zenit gings nur noch abwärts dem Donautal zu. Völlig erstaunt waren wir über den umfangreichen Hopfenanbau in diesem Gebiet. Vorbei an einigen Erklärungstafeln folgten wir dem Hopfenlehrpfad und auch noch dem Jakobsweg, der einen Teil der Strecke parallel verläuft.

Auf schnurgeradem Weg folgen wir dem sehr gut sichtbaren Limes. Ein kleines Stück vom Donauufer entfernt treffen wir nach vielen Kilometern auf die Hadrians-Säule. Diese Säule symbolisiert den Beginn des Landlimes in Raetien und Obergermanien. Ab hier ist die Donau gegen Osten Grenzfluss und breit genug das römische Reich vor den Barbaren am Nordufer zu schützen. Die nächstgelegenen Kastelle waren in Hienheim und Einig. In Eining sind die Grundmauern des Kastells gut rekonstruiert und damit sehr eindrucksvoll. Das Kastell-Areal ist wesentlich größer, als beispielsweise in Pfünz. Es ist ein Indiz dafür, dass das Kastell nach 233 n.Chr. noch weiter ausgebaut wurde. Es lag gut geschützt am Südufer der Donau und konnte so vermutlich länger genutzt werden.

Bevor wir jedoch Einig erreichen konnten, mussten auch wir die Donau überqueren. Dafür gab es nur eine Fähre, die eigentlich keine Betriebszeiten mehr hatte, im September ist da Schluss. Aber der Fährmann war per Handy erreichbar und nach kurzer Wartezeit setzte er uns für einen Euro über, wir legten natürlich ein gutes Trinkgeld dazu.

Nach Einig war das Schlussziel Bad Gögging mit seinem römischen Museum unter der Kirche. Leider war das Museum für einen kurzen Blick von uns geschlossen. In einem urigen Traditionswirtshaus haben wir dann bei einem guten Essen und einem „Operator“ den Abschluss der ursprünglich geplanten fünf Etappen genossen. Gut gestärkt sind wir dann noch nach Neustadt/Donau marschiert, um mit dem Zug nach Eichstätt zu kommen.

Strecke (6) Mönchsroth - Ehingen

Nachdem die herbstliche Wettervorhersage noch sehr gut war, haben wir die restliche bayerische Strecke des Limes in Angriff genommen. Start ist an der bayerisch-württembergischen Grenze bei Mönchsroth. Nur wie dort hinkommen, war die Frage. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dieser fränkische Ort kaum erreichbar. Aufgrund der Bereitschaft einer einzelnen Person, konnten wir vom Bahnhof Ansbach aus, dann diesen abgelegenen Ort mit dem PKW erreichen. Wir wurden also um 7:00h in Ansbach abgeholt und starteten die Fahrt durch den halben Landkreis Ansbach in Richtung unseres Startpunktes. Bei Teparaturen um den Gefrierpunkt gings los, nachdem wir Mönchsroth fast einmal umrundet haben. Wegmarkierungen des Limeswanderweges waren nicht zu finden. Die Limeswanderkarte war auch alles andere als hilfreich, denn die Wegführung auf der Karte war nur sehr schwer mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Nur mit Hilfe des GPS-Gerätes und den von der TOP10-Karte übernommen Wegepunkte, war es möglich die Route zu bestimmen und den Limes zu treffen.

Im Nachhinein ist fest zu stellen, dass auf der ganzen Strecke von Mönchsroth bis Gunzenhausen die aktuelle Beschilderung fehlt, obwohl es eine offizielle Limeswanderkarte gibt. Durch Zufall konnten wir diesen Missstand ansprechen: In Weiltingen haben wir einen sogenannten Limes-Cicerones getroffen und an unserem Übernachtungsort den Bürgermeister. Beide teilten unsere Auffassung, dass hier schleunigst eine bessere Wegführung und Beschilderung nötig ist.

Also - wir marschierten von Mönchsroth aus über Willburgstetten, Weiltingen zum Kastell Ruffenhofen. Das Kastell liegt südlich des Hesselberges. Der Weg verläuft von Ruffenhofen aus westlich um den Hesselberg herum an seine Nordseite. Dort erreichen wir Ehingen als Etappenziel und zur Übernachtung. Hier wurden wir von den Wirtsleuten und auch von den Einheimischen herzlich aufgenommen. Es war eine richtig familiäre Atmosphäre lustig und heiter.

Strecke (7) Ehingen - Gunzenhausen

Nach einer etwas kürzeren Nacht :-) waren alle um 8:00h fit beim Frühstück. Von der Wirtin schön vorbereitet, stärkten wir uns für den kommenden Tag. Wie schon am Tag vorher, war auch heute herrliches Herbstwetter zu erwarten. Die Natur zeigt sich in dieser schönen Herbstzeit mit allen nur erdenklichen Farbschattierungen.

Heute ging es von Ehingen aus, fast schnurgerade in Richtung Gunzenhausen. Auch heute gilt: Es gibt keinerlei Kennzeichnung des Wanderweges, abgesehen von früheren Limeshinweisen. Erst in der Nähe von Gunzenhaus treffen wir auf das offizielle Logo des Limeswanderweges. Ein Wachturm ist nach den Vorgaben des Unesco Welterbe beschrieben. Erst direkt vor Gunzenhausen beginnt die Beschilderung. In Gunzenhausen sind wir am Ausgangspunkt der ersten Strecke angekommen.

Nach einer Stärkung in einer Gasthausbrauerei ging es mit dem Zug zurück nach Eichstätt.

Anmerkung zur Etappe 6 und 7: Sehr postiv sind die bereits installierten Landmarken des Limes. Sie stehen entweder dort wo der Limes größere Straßen quert oder auch an einigen Türmen. Meist sind es dreieckige Säulen. Eine Seite ist dem jeweiligen Ort und seiner Geschichte gewidmet, eine Seite beschreibt das römische Denkmal und eine Seite ist einem römischen Thema (z.B. römische Kleidung) als Schwerpunkt vorbehalten. Der Limeswanderweg selbst ist aber überhaupt nicht erschlossen und mit dem offiziellen Logo ausgeschildert. Aber vielleicht war dies auch der Reiz, dieser zwei Abschluss-Etappen.

Streckenübersicht

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie alle relevanten Entfernungen und Gehzeiten. Die Zeitangaben sind gemessen vom Start der Route bis zum Eintreffen am Ziel, die Pausen sind also inbegriffen. Die Etappen 1-5 erwanderten wir an getrennten Tagen im Abstand von meist einer Woche. Die Etappe 6+7 an zwei aufeinander folgenden Tagen mit einer Übernachtung in Ehingen.

  Strecke  km  Skm  Zeit  SZeit 
Gunzenhausen Ellingen  23,2  23,2  5:20  5:20 
Ellingen Erkertshofen (Titting)  33,2  56,4  8:20  13:40 
Erkertshofen Denkendorf  23,9  80,3  5:00  18:40 
Denkendorf Altmannstein  18,0  98,3  4:00  22:40 
4a  (Altmannstein - Riedenburg)  10,0  108,3  2:00  24:40 
Altmannstein Bad Gögging  22,0  130,3  5:10  29:50 
5a  (Bad Gögging Neustadt / Donau)  5,0  135,3  1:10  31:00 
Mönchsroth - Ehingen  28,4  163,7  6:06  37:06 
Ehingen - Gunzenhausen  24,9  188,6  5:11  42:17 

Schritte

Interessant beim Wandern sind nicht nur die zurückgelegten Kilometer in herbstlicher Natur, sondern die erforderlichen Schritte, die man gehen muß. Auf 188 km geht man über ein ¼ Million Schritte und legt dabei pro Schritt etwa 70 cm zurück.

Strecke  Schritte  km  Schritte/km  m/Schritt 
Gunzenhausen - Ellingen  38.345  23,20  1.653  0,61 
Ellingen - Titting  37.829  33,20  1.139  0,88 
Erkertshofen - Denkendorf  31.852  23,90  1.333  0,75 
Denkendorf - Riedenburg  38.314  28,00  1.368  0,73 
Altmannstein - Neustadt  36.218  27,00  1.341  0,75 
Mönchsroth - Ehingen  40.068  28,40  1.411  0,71 
Ehingen - Gunzenhausen  35.758  24,90  1.436  0,70 
  258.384  188,60  1.370  0,73 

Belohnung

Warum tut man so etwas, wird sich jetzt der geneigte Leser fragen. Wandern nur des Wanderns Willen ist es wohl nicht. Sportliche Höchstleistungen zu vollbringen ganz gewiss auch nicht. Nein, der Wanderer wird belohnt, ein Welterbe der UNESCO und ein unvorstellbares Bauwerk der Römer im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Es ist mit unseren Sinnen und höchsttechnischen Verständnissen einfach nicht nachvollziehbar, welche Meisterleistung vor nahezu 2.000 Jahren am Limes vollbracht wurde. Zugleich ist es Heimat, unsere Heimat die dieses Bauwerk durchzieht.

Quellen

„Der römische Limes in Bayrern“, Thomas Fischer, Erika Riedmeier Fischer, 2008, Pustetverlag Regensburg

Offizielle Karte „UNESCO-Weltkulturerbe – Obergermanisch-Raetischer Limes“

GPS-Tracks zur Planung von www.naturpark-altmuehltal.de